Timo’s WM-Welt
„Mittendrin statt nur dabei“ – Die PPPWM 2026 in Hannover
Ich möchte hiermit einen kleinen, subjektiven Artikel mit den kleinen und großen Erfolgen bei der WM PPP 26 in Hannover für Euch schreiben und animieren demnächst mitzukommen!
Als ich bei der WM PPP 26 in Hannover aufgrund meiner Q-TTR-Punkte (1009) in die Leistungsklasse 2 eingruppiert wurde, dachte ich zunächst: „Da gewinne ich kein einziges Spiel.“ Die Konkurrenz war stark und meine Erwartungen waren entsprechend niedrig. Umso schöner war es, dass am Ende einige Siege dabei waren, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hatte.

Besonders erfolgreich waren wir im Doppel und im Mixed. Mit Achim lief es im Doppel richtig gut: Wir wurden Gruppenerster und schafften damit sogar den Sprung in die Hauptrunde. Dort konnten wir uns gegen starke Gegner aus Belgien zwar nicht durchsetzen, aber drei von drei gewonnene Spiele – das war schon echt klasse.
Die „Ruhrpottrebellen“ hatten zugeschlagen!



Im Mixed gelang mir mit Anita ein echtes Husarenstück. Nachdem wir unser erstes Gruppenspiel gg. ein italienisches Paar recht souverän gewonnen hatten, war unser zweites Gruppenspiel ein Kampf im wahrsten Sinne des Wortes. Wir gewannen letztlich in fünf Sätzen mit 3:2 – aber vier der fünf Sätze gingen in die Verlängerung. Auch der fünfte Satz blieb bis zum Schluss spannend. Beim Stand von 13:12 holten wir den nächsten Punkt etwas glücklich: Einer meiner gefürchteten Stopbälle rollte zunächst übers Netz und fiel dann noch über die Tischkante. Der Sieg war unser – die Gegner waren darüber, wenig überraschend, nicht gerade begeistert.
Das Spiel hatte uns allerdings so viel (mentale) Kraft gekostet, dass wir unser nächstes Gruppenspiel verloren geben mussten. Eigentlich hätten wir es gewinnen können, aber da wir direkt weiterspielen mussten, war unser Kopf offenbar noch nicht richtig bei der Sache. Trotzdem wurden wir in der Endabrechnung Zweite unserer Gruppe und erreichten somit die Hauptrunde.
Dort hatten wir aber leider kein Losglück und trafen auf einen starken Gegner, der uns mit 3:0 besiegte. Chancenlos waren wir aber nicht.
Im Einzel kam es zunächst schlimmer, als ich gehofft hatte. Gegen Andy aus der Schweiz fand ich kein Rezept und verlor deutlich mit 0:3 und nur wenigen Punkten. Auch der nächste Gegner machte es mir nicht leichter. So startete ich mit zwei Niederlagen. Dann riss ich mich zusammen und gewann mit einer Willensleistung die nächsten drei Spiele.
Das war viel besser, als ich erwartet hatte: Obwohl die Konkurrenz stark war und ich in meiner Gruppe als Letzter gesetzt war, erreichte ich tatsächlich noch den vierten Platz – und damit die Trostrunde.

Dort verfolgte mich das Pech leider weiter. Im ersten K.-o.-Spiel musste ich meinem Gegner gratulieren, obwohl ich eigentlich geglaubt hatte, ihn schlagen zu können.
Natürlich war das enttäuschend. Trotzdem überwiegt für mich das Positive: Ich hatte vor dem Turnier kaum mit einem Sieg gerechnet und durfte am Ende gleich mehrere Erfolge feiern – mit Achim im Doppel und mit Anita im Mixed sogar richtig große. Die WM PPP 26 in Hannover wird mir deshalb als ein Turnier in Erinnerung bleiben, bei dem aus bescheidenen Erwartungen eine ganze Reihe schöner Überraschungen wurde.
Mein F A Z I T
Das waren sie also nun, meine zweiten Weltmeisterschaften, dieses Mal in LK 2. Nun ja, ich habe sie insgesamt besser abgeschlossen als ich gedacht hatte. Ich bin lediglich nach Hannover gefahren, um vielleicht das ein oder Spiel zu gewinnen, aber einmal mit Achim im Doppel Gruppenerster, mit Anita im Mixed Gruppenzweite und im Einzel so eine Willensleistung, das war schon Klasse.
Letztlich überwog die Freude an so einem großartigen mit rd. 770 Teilnehmern aus 35 Ländern dabei gewesen zu sein! „Mittendrin statt nur dabei!„
Denn es ging ja auch noch um etwas Anderes: Die Freude mit Menschen aus anderen Ländern, aber dem gleichen Schicksal, zusammen zu kommen. Neue Freunde kennenzulernen (z.B. die Belgier, die uns in der Hauptrunde schlugen) und alte Freundschaften zu vertiefen.
Und nicht zuletzt wieder etwas mit meinem ganz privaten „Fanclub“, meiner lieben Frau mit der ich schon 40 Jahre verheiratet bin, zu machen und schöne, aber auch doofe, Momente teilen zu können. Schön, dass Du fast immer mitkommst und mich immer positiv unterstützt, das kann nicht jeder sagen und deshalb bin ich sehr froh darüber! DANKE!
Noch ein paar Worte zur Orga: Sie hat schon wirklich eine Mammutleistung abgeliefert! Fast alles lief besser als letztes Jahr in Lignano. Und die zahlreichen Volunteers haben große Unterstützung geleistet, viel Dank dafür!
Aber so ein paar Dinge sind nicht optimal verlaufen. Mein persönliches Manko waren die fehlenden Sitzgelegenheiten auf den Gängen, da man direkt an „seinem“ Tisch der Gruppe bleiben musste. Das bedeutete, dass man 2-2,5 Std stehen oder Schiedsrichter am Nachbartisch machen musste ;-). Klar hätte ich auf die Tribüne gehen können, aber a. war das weit weg von meinem Tisch und ich konnte nicht gut sehen, wann ich wieder dran war und b. waren die Tribünensitze alles andere als komfortabel. Offenbar waren die Menschen in den 70ern noch viel kleiner, muss wohl so um die 1.75m gewesen sein ;-).
Aber, wie gesagt, haben die Organisatoren und die vielen Helferlein eine ordentliche Leistung hingelegt. Und es gilt nun evtl. Schwächen aufzuarbeiten, den Mund abzuwischen und beim nächsten Mal zu korrigieren. Eine öffentliche, vor allem polemische, Auseinandersetzung ist da i.Ü. kontraproduktiv und hilft der Sache nicht weiter.
D A N K E an alle die das Turnier möglich gemacht haben!
Alles in allem, kann ich nun zu Hause meinen Kindern und Enkelkindern erzählen, ich war bei einer Weltmeisterschaft aktiver Teilnehmer und habe auch noch einen starken Platz im Mittelfeld erreicht! Das Gefühl, mit so vielen Menschen zusammen zu sein, etwas gleichartiges zu tun und den Einmarsch der Nationen, ein fast olympisches Flair, zu erleben, hat schon was von dem Mastercard-Slogan „Einfach unbezahlbar!„

Und nun – auf zu den nächsten Weltmeisterschaften in 2027 in der Schweiz.
Eugen, wir kommen!
Autor: Klaus Barkhofen