Schottland, Tischtennis und seine Mythen

Mehr als eine erfolgreiche Reise zur Scottish Parkinson’s Open 2026. Der Mythos um die Parkinsonfamilie lebt weiter.
(ACHTUNG vor dem Weiterlesen: Das wird ein total subjektiver Bericht über zwei die eine Reise nach und in Schottland machten)

Unsere SCB – Jungs, das sind Ede und Timo, machten sich auf den Weg zu einem der beliebtesten Turniere in Europa. Das zeigt sich u.a. daran, dass wenige Minuten reichten, um ausverkauft zu sein. Da hieß es schon bei der Anmeldung schnell sein, um einen der begehrten rd. 100 Startplätze zu ergattern!
Ede ist mit dem Flieger nach Glasgow (via L-Heathrow) und Timo mit dem Auto.
Letzteres stimmt nur bedingt, so hat er die 10 Tage vorher dazu genutzt, um mit seiner Gattin eine Rundreise durch die schottischen Highlands zu machen. Start und Ziel war Edinburgh, was direkt aus Düsseldorf zu erreichen war.

Die beiden haben es jedenfalls geschafft, in den Wettbewerben Einzel, Doppel und Mixed dabei zu sein! Aus Deutschland waren 25 Teilnehmende dabei plus Begleiterinnen.
Das schöne ist: Nicht die Konkurrenz stand im Vordergrund, sondern das Miteinander. Auf dem Bild sieht man sehr gut die entspannten, freudigen Gesichter mit tlw. purer Lebensfreude (oder Christine?)

Die schottischen Organisatoren bescherten uns einen grandiosen Auftakt der Veranstaltung, fast wie bei den Olympischen Spielen: Einlauf der Nationen – allerdings mit musikalischer Begleitung nach schottischer Art: per Dudelsack!
„Das war schon etwas Besonderes“, meinten die beiden. Für Timo war es ja das erste Mal bei der SPO, deshalb war es für ihn umso beeindruckender.

Aber nun sollte der Ball endlich fliegen und Timo und Ede standen wie Rennpferde in den Startboxen. Es begann für uns mit den Gruppenspielen im Einzel.
Ede hatte etwas Glück mit seiner Gruppe, denn diese bot nur 2 Gegner, d.h. ein Sieg hätte schon das Weiterkommen bedeutet.
Etwas anders stellte sich das bei Timo dar, der 3 Gegner in seiner Gruppe hatte. Sollte das in dem starken Starterfeld schon das Ende bedeuten?

Unsere SCBler ließen sich aber nicht lumpen. So gewann Ede beide seiner 2 Gruppenspiele gegen den Kontrahenten aus ENG und den aus SCO glatt in 3:0 Sätzen.
Und Timo? Unerwartet gewann er alle 3 Gruppenspiele gegen seine Kontrahenten von der Insel (IRL, SCO, ENG) und gab dabei nur einen einzigen Satz gegen den starken Iren Patrick ab. „Eigentlich waren meine Ambitionen bei dem starken Feld begrenzt: Nur nicht Letzter zu werden! Das ich dermaßen gut gespielt habe, konnte ich zunächst gar nicht glauben.“
Das Ergebnis bedeutete für beide, dass sie als Gruppenerste bereits im Achtelfinale standen!

Das gute Ergebnis von Timo im Einzel, war wohl offenbar keine „Eintagsfliege“, denn im Mixed mit seiner Partnerin Anita Schulz gelang den beiden der verlustfreie Durchmarsch mit 9:0 Sätzen in die nächste Runde. Sowohl Steve Morley mit Lynn Arnott (SCO), Rob Cook mit Fiona Van der Meer (ENG) als auch Valerie Williamson und Mark Johnsson fanden zu diesem Zeitpunkt kein Mittel um uns Paroli zu bieten.
Man musste feststellen, das war ein Oberhausener Tag. Denn mit seiner Partnerin Petra Kühnert ließ auch Ede deren GegnerInnen Derek Aylett/Dawn Brown, Uoatsi Scheurig/Wolfgang Krebs und Edith Facenna/Martin Heffernan mit insgesamt 9:0 Sätzen kaum eine Chance. Wie ging es aber nun weiter, da beide als Erste der Gruppe bereits im Halbfinale standen? Bronze war also bereits gebucht, da die dritten Plätze nicht ausgespielt wurden.

Genauso überlegen war die Vorstellung von Ede mit seinem Doppelpartner Wolfgang Krebs, erneut in einer Dreiergruppe. Tracy Steel & Gordon Cameron sowie Johann Hübner & Adrian Casha zogen den Kürzeren und zogen damit eine Runde weiter. Wobei das letzte Gruppenspiel mit 3:2 denkbar knapp ausfiel (11-9; 11-4; 11-13; 9-11; 11-8)
Was war mit Timo? Würde er seine Erfolgsserie fortsetzen? – Und ob! Mit seinem zugelosten Partner David Shearer wurden die Möglichkeiten noch einmal potenziert. Die beiden entpuppten sich als ein geiles Team, das sich zwar nicht gesucht, aber doch gefunden hatte. Die beiden ergänzten sich genial! So war es kein Wunder, dass Sie, wie ein warmes Messer durch die Butter gleitet, ihre zwei Gegnerpaare Robert Allman / Andreas Klose sowie Issaac Alvarez / Gray Shaughnessy mit jeweils 3:0 Sätzen besiegen konnten.
Für beide Protagonisten hieß der Gruppensieg: Direkt ins morgige Halbfinale „…und das hieß, die Bronzemedaille war für Ede und mich sowie unseren Doppelpartnern schon sicher“, so Timo euphorisch.

Ein neuer Tag und ein neues Spiel! Der Sonntag begann für Timo wenig verheißungsvoll. Irgendwo hatte ihn gestern noch die Hexe erwischt. Mit vielen Dehnübungen sollte es aber dann auch im Spiel wieder einigermaßen klappen, denn die KnockOuts standen an, da musste die Hexe schon sehen wo sie bleibt.

Begonnen wurde der Tag für Timo/David mit dem Halbfinale gegen Alan Drummond & Derek Main. Das war echt ein Fight mit einem Ende, das für sie ein wenig glücklich war. Sie gewannen das Spiel mit 3:2 (11-7; 4-11; 11-4; 8-11; 11-9) und einem großen Kämpferherz sowie vor allem einem besonnen David, der Timo die Ruhe gab, die sie für das Spiel brauchten! Timo sagte begeistert, “egal wie nun das Finale ausgeht, Silber ist uns in jedem Fall sicher und das ist mehr als ich jemals erhofft hatte!“

Mit diesem Gedanken, bereits Silber gewonnen zu haben, ging es in das Finale erneut gg. Robert Allman & Andreas Klose. „Andreas schien in den Zaubertrank gefallen zu sein,“ meinte Timo, „er war wie ausgewechselt: treffsicher und ruhig!“ Das führte dazu, dass das Spiel von gestern auch Schnee von gestern war. Der sowieso starke Robert setzte seine Aufschläge gekonnt ein und es wurde ein extrem spannendes Spiel mit einer Achterbahnfahrt für beide Seiten. Letztlich ging das Spiel mit 3:2 (11:4; 4:11; 11:7; 4:11; 11:7) an die beiden Kontrahenten.

Aber nach einem kurzen Moment war klar, dass Timo und David nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen hatten und das war auch sehr gut!

Das Halbfinale im Mixed (LK2) ging relativ sicher an Anita und Timo mit 3:1, wobei der verlorene Satz exctrem eng mit 9:11 verloren ging. Also auch hier hatten wir bereits Silber gewonnen.

Im Finale warteten „alte Bekannte“ auf uns Lynn und Steve, die wir in der Gruppenphase mit 3:0 besiegen konnten. Aber – auch hier war Steve wie ausgewechselt. Er traf Bälle die er vorher nicht einmal gesehen hatte und war enorm lauffreudig. Lynn ist sowieso stets Spitzenklasse. Und so mussten Sie sich auch hier chancenlos den Kontrahenten geschlagen geben und glatt mit 0:3 (5:11; 4:11; 6:11) die Platte putzen.

Ede und Petra waren mit einem blauen Auge herausgekommen und nicht gescheitert im Halbfinale gegen David Shearer & Sally Clark. In einem packenden Spiel hieß es letztlich 3:2 (11:7; 7:11; 6:11; 11:6; 11:5).
Fünf Sätze im Halbfinale waren offenbar ein gutes Training für die beiden. Denn es sah extrem gut für Petra und Ede aus im Finale des Mixed LK 3 gegen Andreas Klose & Annett Manke. Mit 3:0 Sätzen erspielten sich die beiden tatsächlich noch die Goldmedaille. Ede meinte, „das war eine echtes Stück Arbeit, aber mit Petra an meiner Seite habe ich den ruhigen Pol, der mich runterzieht und so unsere Chancen erhöht und uns gemeinsam stärker macht!“.

Etwas anders erging es Ede im Kampf um den Titel im Doppel der Männer. Gegen die späteren Finalgegner Robert Allman & Andreas Klose hatten die seit einiger Zeit zusammenspielenden Ede & Wolfgang nicht den Hauch einer Chance. 3:0 hieß es schlussendlich!
Was wäre gewesen wenn unsere beiden Jungs im Finale aufeinander getroffen wären? Vielleicht nächstes Mal.
Trotzdem war die Bronzemedaille ja auch gut in diesem Starterfeld.

Schnell erzählt ist leider die Geschichte unserer Strategen in der Einzelkonkurrenz.
Nach dem glatten Durchmarsch beider in der Gruppenphase, stiegen sie erst im Achtelfinale wieder ins Rennen ein. Für Timo zeigte sich das leider schon als Showstopper, denn in einem einseitigen Spiel konnte sich Johann Hübner mit 3:0 gegen Timo durchsetzen. „Ich hatte den Aufschlägen von Johann einfach nichts entgegenzusetzen. In Paarung mit meinen eigenen Fehlern, konnte ich für Johann keine Gefahr sein. Respekt aber für die Spielweise an Johann. Wenn ich mit 75 Jahren noch so fit unterwegs sein darf, wäre ich glücklich“, reüssiert Timo.

Und was war mit Ede? Der konnte sich im Halbfinale in einem sehr guten Spiel mit 3:1 gegen Alan Drummond durchsetzen (11:8; 6:11; 14:12; 11:4)
Sollte es Ede ins Halbfinale schaffen wollen, müsste er jetzt im Viertelfinale den „Timo-Bezwinger“ Johann „ausschalten“. In einem wirklich extrem packenden Spiel über 5 Sätze unterlag Ede letztlich etwas unglücklich dem späteren Titelgewinner mit 2:3 (6:11; 7:11; 11:5; 16:14; 10:12).
Also blieben leider beide ohne Medaille im Einzel.

Aber: VIER mal Edelmetall für unsere Oberhausener. Eine sehr gute Ausbeute, die mehr ist als wir jemals angenommen bzw. gehofft hätten:
1 x schottischer Meister und 2 x schottische Vizemeister!
Das lässt doch hoffen, dass auch in Hannover bei der PPP-WM gute bis sehr gute Plätze erreichbar sein könnten, wenn alle wie jetzt mit dem Daumen drücken nicht aufhören.

Der Vollständigkeit halber wollen wir unsere anderen Freunde und Parkies des Team Deutschland nicht vergessen. Wo sind sie gelandet?
Hier die anderen deutschen 1./2. Sieger:

  • Damen Einzel LK2: 2. Anita Schulz
  • Damen Einzel LK3: 1. Petra Kuhnert 2. Britta Freimuth
  • Herren Einzel LK1: 1. Karlheinz Moxter 2. Heiko Probst
  • Herren Einzel LK2: 1. Uwe Kalkhoff
  • Herren Einzel LK3: 1. Wolfgang Krebs 2. Johann Hübner
  • Damen Doppel LK2: 2. Anita Schulz (mit Anna)
  • Damen Doppel LK3: 1. Christine Wittig-Silva (mit Valerie)
  • Herren Doppel LK1: 1. Heiko Probst/Lars Rokitta 2. Karlheinz Moxter/Dieter Hess
  • Herren Doppel LK3: 1. Robert Allman/Andreas Klose 2. Klaus Barkhofen (mit David)
  • Mixed LK1: 1. Heiko Probst/Andrea Müllner
  • Mixed LK2: 2. Anita Schulz/Klaus Barkhofen
  • Mixed LK3: 1. Petra Kuhnert/Ede Schunk 2. Andreas Klose/Annett Manke

Fazit: Es war nicht nur sportlich eine gelungene Veranstaltung , sondern vor allem auch menschlich. So konnten wir doch neben den Tischen viele neue und alte Freunde sprechen. Uns Sorgen und Nöte anhören und den internationalen Parkies zuhören. Wir können nur alle voneinander profitieren und lernen. Mr. P wird uns nicht mehr loslassen, aber wir können versuchen ihm die Macht über uns zu entziehen und das Leben selbst in die Hand nehmen!
Insofern alles Gute und bis bald, z.B. bei der PPPWC in Hannover!

Ede (Horst) und Timo (Klaus) sagen:
DANKE an die wiederum sehr gute Orga in Largs, die viele Mühe die ihr euch gemacht habt.
DANKE allen Volunteers, die uns das Leben leichter und uns so gut unterstützt haben, sei es am Tisch oder daneben.
Und ein noch größeres, fetteres DANKESCHÖN an Linda, die mit Ihrer Energie alle positiv angesteckt und einfach Spaß gemacht hat Deine Energie zu erleben.

Wir sehen uns spätestens in 2028! Liebe Grüße Timo und Ede“

Ede (Horst) and Timo (Klaus) say:
THANK YOU to the again very good Orga in Largs, the much effort you have made.
THANK YOU to all the volunteers who have made our lives easier and supported us so well, whether at the table or next to it.
And an even bigger, fatter THANK YOU to Linda, who infected everyone positively with her energy and simply enjoyed experiencing your energy!

See you in 2028 at the latest! Kind regards, Timo and Ede“

TIPP: Wer sich noch tiefer in die Ergebnisse eingraben möchte findet HIER weiteres!

UND NOCH EINER: In den nächsten Tagen wird es ein Video zu sehen geben! Schaut immer mal vorbei!

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