Mission complete – Event „Parkinson & Bewegung“ 27./28.3.26
Es ist vollbracht: Das erste und in dieser Art wohl bundesweit einzigartige Event am 27. und 28. März war ein großer Erfolg für uns als SCB12 (SC Buschhausen 1912 e.V.), für das FSH (DJK Franz-Sales Haus) und auch für unseren Gastgeber: dem Allee-Center in Altenessen!

Die Ziele die wir uns gesetzt hatten, wurden einerseits mehr als übererfüllt: Es kamen an den zwei Tagen mehr als 300 Menschen zu uns ins OpenSpace, die meisten gingen begeistert oder auch beseelt wieder heraus. Dazu aber später mehr!
Was wir uns als zweites qualitatives Ziel gesetzt hatten, nämlich Menschen mit Migrationshintergrund zu erreichen, hat leider nicht geklappt. Dieses Brett scheint dicker zu sein, als wir gedacht haben. Offenbar ist die Transparenz oder ein Outing außerhalb der eigenen Familie nicht gerade en vogue bzw. einfach.

Trotzdem waren wir alle hochzufrieden, denn schon zu den beiden Vorträgen von Prof. Eggers (Knappschaft Bottrop) und Dr. Fleischer (Uniklinik Essen) kamen alleine schon mehr als 110 Teilnehmer.

Unser Event, das quasi als „Dreikampf“ (spielen, hören, schauen) gedacht war, fand im Ergebnis großen Anklang.
Die Tischtennisplatte war in den Hochzeiten sehr gut frequentiert und auch der Tisch mit unserem Robbie war stark nachgefragt. Man konnte ausgiebig testen, ob das an der Platte überhaupt klappt! Dazu haben wir gerne als Trainingspartner bereit gestanden und angeleitet.

Großer Renner und Highlight der einzelnen Tage waren die beiden Vorträge der Experten.
Wir hatten in allen großen Städten des westlichen Ruhrgebietes einen resp. zwei Artikel (tlw. ganzseitig) in der WAZ, von denen sich offenbar sehr viele Betroffene und Angehörige angesprochen fühlten.
Danke dafür an die Redaktionen, aber insbesondere an die Redakteurin Gianna Schlosser, WAZ Essen, die in mitreißenden Worten unsere beiden „Youngster“ interviewte und eine berührende, einfühlsame aber nicht rührselige Geschichte erzählte.
Zurück zu unseren beiden Vorträgen, die ihr bei uns als Video findet (s.u.). In jeweils rund 30 Minuten und einer anschließenden Fragerunde, wurde populär-wissenschaftlich aufgezeigt, warum Bewegung/Sport, insbesondere unser Tischtennissport, so wichtig ist für eine Verlangsamung bei der Verschlimmerung unserer Symptome.
Hier sind die Videos dazu:
- Prof. Dr. Carsten Eggers, Knappschaftklinik Bottrop LINK
- Dr. Michael Fleischer, Uniklinik Essen (t.b.d.)
Schauen und Staunen war die nächste Abteilung. Unser Allroundmeister Ede hatte seine große Kiste ausgepackt und alle möglichen Devotionalien seiner Karriere mitgebracht: Medaillen, Urkunden, Trikots der Wettbewerbe, Zeitungsartikel, sein Buch und und und. Da kamen die meisten Besucher*innen aus dem Staunen nicht heraus.
Wir konnten gut darstellen, dass uns der (Para-)Leistungssport genauso begleitet, wie das „einfache“ PingPong! Vielen Geschichten aus ganz Europa wurde interessiert zugehört.
Leitgedanke ist und bleibt aber: es zählt nicht die Leistung, es zählt das Spielen, das gegenseitige Verständnis und das WIR. Und wenn dann noch Siege dabei herauskommen, umso schöner!
Gemeinsames Handeln stand auch oft im Mittelpunkt der zahlreichen, guten Gespräche, die wir vom SCB12 und FSH mit den Besuchern führten. Jeder von uns hat aus seiner eigenen Erfahrungsgeschichte berichten können: Wie fing es an, was sind die Einschränkungen und was tut Tischtennis für mich? Es ist halt etwas ganz anderes von Betroffenem zu Betroffenem zu sprechen als mit den mit viel Fachkenntnis ausgestatteten Ärzten. Aus den tlw. langen Gesprächen ergaben sich mind. 14 Parkies, die sich nun trauen beim FSH oder beim SCB12 zum Training zu erscheinen.
Eine Situation hat mich, den Redakteur dieser Seite, ganz stark angefasst! Nach den Gesprächen und Vorträgen kam eine Frau zu mir und sagte: „DANKE, dass ihr das gemacht habt. Ich bin zum ersten Mal glücklich zu wissen, dass es möglich ist mein Leben wieder fester in die Hand zu nehmen und auch Freude daran zu haben!“ Man kann die emotionale Situation nicht richtig wiedergeben, aber bei mir lief die „Entenpelle“ rauf und wieder runter. Das war so schön, eine so tief berührende Resonanz zu erhalten. Das rechtfertigt alle Arbeitsstunden, die wir hier investiert haben.
Etwas vorher hatte ich eine weitere Begegnung mit einer Frau, die erst seit ein paar Wochen weiß, das sie Morbus Parkinson hat. Immer wieder rang sie mit den Tränen, da sie das erlebte, was uns allen passiert ist: Nach der Diagnose fällt man in ein tiefes Loch, weil Termine beim Neurologen rar sind und u.a. niemand da ist, der diese Gefühlsachterbahn richtig verstehen kann: „Was passiert nun mit mir?“ – „Kann ich mein Leben noch gut und lebenswert fortsetzen?“ – „Bin ich noch in der Lage, verantwortungsvoll meine Enkelkinder zu begleiten?“ … Auch hier war, wie bei den meisten der Menschen mit denen wir gesprochen haben, ein liebevoller Partner dabei, der aber trotz aller Anteilnahme nicht nachvollziehen kann, wie es innen aussieht. Nach einem langen, aufwühlenden Gespräch haben wir uns dann auf ein Training bei uns in Buschhausen verabredet.
Diese und ähnliche Situationen haben unsere Leute vom SCB12 und FSH mehrfach ähnlich erlebt. Das macht uns wiederum sehr glücklich und unterstützt diese Idee für dieses Event in dieser Form.
Dieses DANKESCHÖN, das uns fast alle ausgestellt haben, wollen wir weitergeben an:
- Susanne Löbbert und Jaqueline Fieber vom ECE-Management des Allee-Center Altenessen, die uns das Thema „WO machen wir sowas?“ mit dem OpenSpace und dem ganzen, unkomplizierten Drumherum und Miteinander ganz leicht gemacht haben. DANKE – Ihr seid großartig!
Und bitte … beim nächsten Einkauf erst mal ins Allee-Center Altenessen 😉 - Prof. Dr. med. Carsten Eggers (Knappschaft Kliniken Bottrop) und Priv.-Doz. Dr. med. Michael Fleischer (Uniklinikum Essen), die es großartig gemacht haben, in leichten Worten präzise weiterzugeben, warum Bewegung so sehr wichtig für die Menschen mit MP ist.
- Unser Orgateam PiA (Parkies im Allee-Center): Nonno, Klaus, Ede und Timo! Sie haben sich in einigen Stunden, das Auftreten ausgedacht und erarbeitet. Sie schufen den inhaltlichen Rahmen, der das Event erst zu einem großartigem gemacht hat.

- An alle fast 20 Parkies aus unseren SCB12- und FSH-Teams, die keine Arbeit gescheut haben und vor allem ganz wichtig: als fundierte Ansprechpartner für Fragen und als Spielpartner an der Platte bereit zu stehen. Ihr habt dem Event das Leben „eingehaucht“!
- Unsere beiden „Hintergrundarbeiterinnen“ im Catering Susanne und Dagmar, die an den 2 Tagen für unser leibliches Wohl mit vor allem heißen Kaffee, aber auch u.a. mit belegten Brötchen, Frikadellen und Bienenstich gesorgt haben.
- Christiane Terveen und Ralf Bockstedte vom Inklusionsbeirat der Stadt Essen, für das Kommen und die netten Grußworte.
- DANKE an alle die gekommen waren, uns zu unterstützen und erst recht an die, die uns zugehört haben!
In diesem Sinne: GLÜCK AUF und bis bald an der Platte!












